Praxis trifft Paragrafen – Rückblick auf das 15. BDB-Symposium für Immobilienwerte
Am 15. BDB-Symposium für Immobilienwerte 2025 in Essen drehte sich alles um aktuelle Themen und Herausforderungen der Immobilienbewertung. Ein hochkarätiger Fachaustausch, spannende Impulse und echte Praxiserkenntnisse machten die Veranstaltung zu einem wertvollen Forum für Gutachterinnen und Gutachter.
Für die reVex Immobilienbewertung GmbH waren Thilo Hofmann, Lars Alexnat und Tobias Völker mit dabei – und nahmen eine Vielzahl an Eindrücken und Denkanstößen mit.
Fünf zentrale Impulse aus den Fachvorträgen:
- Schadstoffe in Fertighäusern (Horst Schmid):
Häuser aus den Jahren 1965–1985 können trotz technischer und gesundheitlicher Bedenken noch immer marktüblich gehandelt werden. Für Bewertende bedeutet dies: sorgfältige Risikoanalyse bei unsicherem Preisimpact.
- Modellkonformität und Datenlage (Prof. Thore Simon MAI FRICS):
Veraltete GAA-Daten bremsen marktnahe Bewertungen. Eine alternative Herangehensweise: den Zielwert zuerst definieren – etwa durch aktuelle Capital Values oder Roherträge – und von dort rückwärts denken.
- Automatisierte Bewertungsmodelle in den Niederlanden (Tristan Bons):
AVMs für 15 Euro pro Bewertung? Was wie Effizienz klingt, birgt Risiken. Die Qualität bleibt auf der Strecke – ein warnendes Beispiel für den deutschen Markt.
- Steuerliche Bewertung und Restnutzungsdauer (Michael Roscher):
Wer steuerlich optimiert abschreibt, muss mit einer Neujustierung durch das Finanzamt rechnen. Verkürzte Restnutzungsdauer heute kann die künftige Abschreibungsbasis verringern.
- Urheberrecht im Gutachten (Prof. Jürgen Ulrich):
Während Texte selten geschützt sind, gilt das Urheberrecht für Bilder fast immer. Der Tipp: Bilder direkt ins Gutachten einfügen – das erschwert eine unerlaubte Weiterverwendung.
Fazit:
Das 15. BDB-Symposium war mehr als nur ein „Klassentreffen“ – es war eine Plattform für fachlichen Tiefgang und praxisnahe Diskussionen. Ein großer Dank gilt dem BDB.NRW, Moderator Andreas Jardin sowie allen Referenten für ihre wertvollen Beiträge. Wir freuen uns schon heute auf das nächste Symposium!
